Redebeitrag der Antifa Task Force Jena

7 Nov

»Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft, weil sie hier mit der Illusion, über die Nationalität und über alle wirklichen Interessen erhaben zu sein, denjenigen Nationalitäten entgegengehalten wird, die ihre nationale Borniertheit und ihr Beruhen auf wirklichen Interessen offen eingestehen.«

Im Vorfeld dieser Demo wurde uns von verschiedenen Seiten vorgeworfen, wir würden eine Demonstration unterstützen, deren Aufruf staatstragend sei und Konstrukte wie den des „deutschen Volkes“ weitestgehend unkritisch stehen lassen. Vor allem, das Zitat von Hans-Dietrich Genscher scheint Anstoß zu finden. Wir begrüßen jede Form von begründeter Kritik. In diesem Kontext ist der folgende Redebeitrag zu verstehen.

Wir fordern keine Reformen am deutschen Nationalstaat bzw. am deutschen Volk. Unsere Kritik ist nach wie vor radikal, das heißt: sie setzt an den Wurzeln an. Die Struktur des Aufrufs spiegelt diesen Ansatz in angemessenem Maß wieder.

Hans-Dieter Genscher hat 1970 stellvertretend für das deutsche Volk versprochen, dass rassistische und antisemitische Gewalttaten – damals ging es um den Brandanschlag auf ein Altenheim der israelischen Kulturgemeinde in München – durch eben dieses deutsche Volk „niemals mehr zugelassen“ würden. Eine Bestandsaufnahme mehr als 40 Jahre später zeigt: Das deutsche Volk hat auf ganzer Linie versagt. Schlimmer noch, Teile des deutschen Volkes haben nicht nur immer wieder weg gesehen, sondern sich auch selbst an rassistischen Pogromen beteiligt.

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